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Scene-News Spotify-Chef geht in die Offensive

Während Spotify bei Nutzern immer besser ankommt, steht der Musik-Streaming-Dienst bei Künstlern und Plattenfirmen in der Kritik. Jetzt kontert Daniel Ek erstmals mit Zahlen. Der überraschende Rückzug Taylor Swifts von Spotify hat die Diskussion über die Einkünfte von Künstlern aus Streaming-Diensten erneut angefacht. In einem ausführlichen Statement räumt der Spotify-Gründer mit den Vorwürfen auf und legt Zahlen auf den Tisch. Demnach hat der 2008 gestartete Dienst bislang zwei Milliarden US-Dollar (circa 1,6 Milliarden Euro) an die Musikindustrie ausgezahlt, die Hälfte davon allein im aktuellen Jahr. Mega-Stars wie Taylor Swift verdienen mit Spotify bis zu sechs Millionen US-Dollar pro Jahr. Demgegenüber stellt Ek die Verluste durch die Piraterie NULL Euro.

Der 1983 geborene Schwede wehrt sich außerdem gegen den Vorwurf, dass Spotify kostenlos Musik verteilt. Das kostenlos nutzbare Angebot des Streaming-Dienstes finanziere sich durch Werbung und jeder Künstler erhält laut Ek anteilig Geld unabhängig davon, ob zahlende oder nicht zahlende Kunden die Songs hören. Dabei betont Ek die schwierige Ausgangslage seines Unternehmens: Die meisten Menschen konsumieren Musik über YouTube (welche November einen Bezahldienst für Musk straten), Radio (wo es diverse gibt die keine Lizenzen zahlen und Künstler die keine GEMA / GVL meldung besitzen spielen) und illegalen Downloads kostenlos. Angesichts der Möglichkeiten des Internets müsse ein Dienst wie Spotify Menschen Anreize schaffen, den Dienst zu nutzen und darüber hinaus die Vorteile eines kostenpflichtigen Angebot vermitteln.

Gratisangebot ist Pflicht

Um den Spagat zu schaffen, setzt Spotify auf das sogenannte Freemium-Modell: Eingeschränkt lässt sich das Angebot kostenfrei nutzen zahlende Premium-Kunden erhalten den vollen Zugriff darauf. Die Rechnung geht wohl auf: Derzeit zählt Spotify über 50 Millionen aktive Nutzer, von denen 12,5 Millionen monatlich zahlen. Dabei sind über 80 Prozent der Premium-Kunden als Gratis-Nutzer gestartet. Für Ek ist dies ein klares Indiz dafür, dass sein Geschäftsmodell nur aufgeht, wenn sich der Dienst auch ohne kostenpflichtiges Abo nutzen lässt.

CD-Verkäufe versus Streaming

Dass Streaming und der Verkauf von CDs in Konkurrenz stehen und sich kannibalisieren, dementiert der Spotify-Chef. Künstler wie Ed Sheeran, Lana Del Rey, Daft Punk oder Eminem seien sowohl bei Spotify als auch in den Plattenläden sehr erfolgreich. Und auch das aktuelle Album (1989) von Taylor Swift verkaufte sich mit rund 1,2 Millionen Kopien gut. Das gilt ebenso für ihr letztes Album (Red), dass sich 1,2 Millionen Mal in den ersten sieben Tagen verkaufte trotz Verfügbarkeit auf Spotify. CEO sagt: "Musiker verdienen mehr als bei iTunes".
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